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Definition Mediation

Mediation ist ein Verfahren zur Konfliktlösung

Wörtlich übersetzt bedeutet “mediation” Vermittlung. Gemeint ist die Vermittlung in Streitfällen durch unparteiische Dritte. In der Mediation geht es darum, Konflikte unter Einbeziehung aller Beteiligten gewaltfrei und außergerichtlich mit Hilfe einer oder eines unparteiischen Dritten zu aller Zufriedenheit zu lösen.

Mediation hat Tradition

Mediation ist eine in vielen Ländern verbreitete Alternative zum Gerichtsprozess, der auch bei uns immer zeitraubender und teurer wird. So ist es in vielen Staaten der USA Vorschrift geworden, vor der Anrufung von Gerichten den Versuch einer mediativen Konfliktlösung zu unternehmen. Auch in China und vor allem in Japan ist die außergerichtliche Streitvermittlung ein althergebrachtes und heute noch weit verbreitetes Instrument zur Konfliktbereinigung neben dem modernen Rechtssystem.

Mediation hat aber auch in unserem Kulturkreis eine lange Tradition. So wurde nach dem Dreißigjährigen Krieg ein wesentlicher Teil des Westfälischen Friedens erst möglich durch die Vermittlung eines venezianischen Diplomaten, den in den Geschichtsbüchern als “Mediator” bezeichneten Alvise Contarini. Mediation hat auch in Deutschland mittlerweile einen festen Platz in der Konfliktbearbeitung eingenommen.

Was sind die Ziele von Mediation?

Lösungen zum allseitigen Nutzen entwickeln, WIN-WIN-Lösungen
Den Konflikt so lösen, dass die Beteiligten auch in Zukunft weiter miteinander auskommen, nachhaltige Konfliktlösung. Die Eigenverantwortlichkeit der Konfliktparteien unterstützen und fördern, indem sie selbst ihre Lösungen erarbeiten und frei darüber entscheiden, Kompetenz stärken. Den Konflikt als Chance sehen, künftig mit Konflikten konstruktiv umzugehen, neue Streitkultur schaffen. Kosten und Zeit sparen gegenüber einem langwierigen Rechtsverfahren, individuelle und zeitnahe Übereinkunft finden.

Wo kann Mediation eingesetzt werden?

  • Nachbarschaftsstreitigkeiten
  • Konflikte am Arbeitsplatz
  • Partner- und Familienkonflikte
  • Scheidungs- und Trennungsverfahren
  • Konflikte in der Jugendarbeit
  • Interkulturelle Konflikte
  • Internationale politische Konflikte
  • Konflikte im Öffentlichen Raum (Planungs- und Umweltbereich)
  • Konflikte in Organisationen und freier Wirtschaft
  • im Opfer-Täter-Ausgleich
  • an Schulen als “Schüler-Streitschlichtung-Projekt”

Welche Prinzipien gelten in der Mediation?


Freiwilligkeit Die Teilnahme an der Mediation ist freiwillig. Niemand darf zum Mediationsverfahren gezwungen werden. Jeder Beteiligte kann ohne Angabe von Gründen jederzeit aus dem Verfahren aussteigen. Selbstvertretung Alle Konfliktparteien sind bei der Mediation persönlich anwesend und vertreten selbst ihren Standpunkt. Eigenverantwortlichkeit Die Konfliktlösung ist Aufgabe der Konfliktparteien. Die Mediation gibt den für die Konfliktlösung erforderlichen Rahmen. Ergebnisoffenheit Mediation ist ein lösungsorientiertes und ergebnisoffenes Verfahren. Nur so sind die Beteiligten in der Lage, kooperativ miteinander zu verhandeln und eine gemeinsame Lösung zu finden. Neutralität des Mediators Der Mediator leitet das Verfahren und trägt die Verantwortung für dessen ordnungsgemäßen Ablauf. Er bezieht keine Stellung. Er sorgt für eine ungestörte Kommunikation der Parteien untereinander und unterstützt sie mit Hilfe verschiedenen Techniken, kreative eigene Lösungen zu finden. Vertraulichkeit Die Mediation und alle im Verfahren offen gelegten Tatsachen sind vertraulich. Alle Beteiligten sowie der Mediator verpflichten sich zur Vertraulichkeit.

Wie verläuft eine Mediation?

Verfahren Das Mediationsverfahren folgt einer bestimmten Ordnung, die dazu beträgt, das Verfahren transparent und für alle Beteiligten nachvollziehbar zu machen. Der Mediator trägt die Verantwortung für die Einhaltung des Verfahrens.

Mediationsvereinbarung Am Anfang stehen eine vertragliche Vereinbarung sowie die Klärung der Kosten für das Mediationsverfahren (= verbindliche Mediationsvereinbarung).

Mediationsgespräch Im Mediationsgespräch erhält grundsätzlich jeder Beteiligte Zeit und Raum, seine Sicht ausführlich darzulegen. Die zu bearbeitenden Themen werden gemeinsam festgelegt. Alle Argumente werden gehört, die Bedürfnisse und Interessen der Parteien werden geklärt. Übereinstimmungen und Abweichungen werden festgestellt.

Lösung durch Beteiligte Lösungsoptionen werden gemeinsam erarbeitet und auf ihre Realisierbarkeit geprüft. Die Entscheidung für eine Lösung treffen die Beteiligten selbst.

Mediationsvertrag Die Beteiligten schließen über die erarbeitete Lösung und deren - inhaltlicher und zeitlicher - Umsetzung einen Mediationsvertrag, ggfls. mit einer Vereinbarung von Folgetreffen und Erfolgskontrollen.

Dauer einer Mediation Die Dauer eines Mediationsverfahrens hängt von einer Reihe von Faktoren ab: Anzahl der strittigen Punkte, Komplexität des Konflikts, Bereitschaft der Konfliktparteien zur konstruktiven Mitarbeit.